Nachdem der VfL Bochum am vergangenen Freitag gegen den 1. FC Nürnberg nur 1:1 spielte und damit das siebte Unentschieden in den letzten acht Partien verbuchte, geht es jetzt auswärts weiter: Am Freitagabend um 18.30 Uhr gastiert unser VfL bei Fortuna Düsseldorf. Ein Gegner, der spätestens seit der dramatischen Relegation 2024 besondere Emotionen weckt.
Im Mai 2024 schrieb das Duell Fußballgeschichte: Die Fortunen gewannen das Hinspiel der Relegation 3:0, doch Bochum kämpfte sich im Rückspiel mit einem 3:0 zurück und blieb nach Elfmeterschießen erstklassig. Insgesamt standen sich beide Teams bereits 40 mal in der Bundesliga gegenüber, das letzte Oberhausduell liegt 29 Jahre zurück.
Unter Uwe Rösler ist der VfL seit Ende November ungeschlagen, doch durch die vielen Unentschieden treten auf der Stelle. Die starke Serie beweist zwar Stabilität, aber Rösler betont, dass „in der Liga nichts umsonst zu haben ist“. Verteidiger Noah Loosli erinnert an die Aufstiegsrelegation: Er wird die Monster Grätsche auf der Linie in der 118. Minute „für immer in Erinnerung behalten“ und sieht in Düsseldorf die Chance, einen direkten Konkurrenten zu distanzieren. Loosli räumt ein, dass nach dem 1:1 in Münster Punkte liegengeblieben sind und fordert, die jüngste Welle an Teamspirit und Konkurrenzkampf nun in Siege umzuwandeln.
Personell gibt es positive Nachrichten: Gerrit Holtmann und Leandro Morgalla kehrten unter der Woche ins Training zurück und dürften am Freitag im Kader stehen. Der zuletzt gelbgesperrte Maximilian Wittek fehlt, was die linke Seite schwächt. Nach mehreren Verletzungen und der Abstellung von Ibrahima Sissoko im Winter musste Rösler in den letzten Wochen improvisieren; nun kann er wieder auf nahezu den gesamten Kader zurückgreifen. Das Team wird von rund 10 000 mitreisenden Fans unterstützt.
Die Gastgeber erlebten am vergangenen Wochenende einen bitteren Abend. Beim 1:2 in Darmstadt verletzte sich Innenverteidiger Jordy de Wijs nach einem Zweikampf schwer an den Adduktoren und fällt gegen Bochum aus. Schon zuvor fehlten Kenneth Schmidt, Tim Breithaupt, Hamza Anhari, Julian Hettwer, Tim Rossmann und Marin Ljubičić, außerdem ist Jesper Daland gesperrt. Trainer Markus Anfang haderte nach dem Darmstadt Spiel damit, dass sein Team trotz drückender Überlegenheit „wieder mit leeren Händen“ dastand und in der 88. Minute den entscheidenden Gegentreffer kassierte. Torwart Florian Kastenmeier sprach von „Wut“ und betonte, man müsse endlich die vielen Torchancen nutzen.
Für Marcel Sobottka wird das Gastspiel an der Düsseldorfer Arena besonders: Der Ex Fortune kehrt erstmals als VfL Spieler an den Ort zurück, an dem er 2024 seine „schlimmste Niederlage“ erlebte. Er nennt das Relegationsspiel ein „Jahrhundertspiel“, hat die bittere Erinnerung allerdings längst verarbeitet und freut sich auf das Wiedersehen mit vielen alten Weggefährten.
Trainer Uwe Rösler, selbst früher Coach der Fortuna, kehrt ebenfalls an seine alte Wirkungsstätte zurück und warnt vor einem Gegner, der trotz der vielen Rückschläge immer gefährlich bleibt. Laut Rösler seien die Düsseldorfer oft nicht die schlechtere Mannschaft, erspielen viele Chancen und werden ein „hartes Stück Arbeit“.
Es dürfte ein intensives, emotional aufgeladenes Spiel werden – nicht nur wegen der jüngsten Vergangenheit, sondern auch wegen der sportlichen Ausgangslage: Nur vier Punkte trennen beide Teams in der Tabelle. Der VfL will seine Unentschiedenserie endlich in einen Sieg umwandeln und kann dabei fast aus dem Vollen schöpfen. Düsseldorf steht trotz Personalmangel unter Druck, die Negativserie zu stoppen.